Vogel gefunden?

 

Vogel gefunden? Bitte erst schauen ob Ästling oder Nestling. Infos dazu finden Sie hier auf der Seite, mit Photobeispielen. Einfach etwas runterscrollen... 

Sollte es sich um einen tatsächlich hilfebedürftigen Vogel handeln, hier das Wichtigste ganz kurz: 

1. Falls der Vogel offensichtlich verletzt ist (Katzenbiss, Blut, Beine oder Flügel auffällig...) schnellstmöglich    einem Tierarzt bringen

2. in die Hand nehmen ist kein Problem! 

3. KEIN FUTTER und auch KEIN WASSER geben

4. WÄRMEN! Der Vogel, vorallem wenn er noch keine oder wenig Federn hat, braucht am allermeisten Wärme. 

5. mich kontaktieren wenn sie aus der Umgebung BS / BL sind. Sofort, nicht erst Stunden nach dem Fund. Je schneller der Vogel zu mir kommt, desto höher die Chancen.  Whatsapp mit Infos und Bild an 079 256 12 84. Dann bitte warten und hier weitere Infos lesen. Ich melde mich in Kürze...  Ansonsten Vogelwarte Sempach www.vogelwarte.ch


Packen Sie Ihren Findling am besten zuerst in eine Kartonschachtel oder einen Katzen/Kleintiertransportkorb, geben Sie kein Futter und kein Wasser. Halten Sie den Kleinen bitte warm, am besten durch ein Wärmekissen. Er braucht eine externe Wärmequelle, nur in ein Tuch wickeln reicht nicht! Sollte sowas nicht vorhanden sein, kann man auch einen Zippbeutel mit heissem Wasser füllen, ein Tüchlein drüber und dann den Vogel drauf setzen.  Ein gesunder Jungvogel fühlt sich immer warm an. Wärmer als die Menschenhand!  

Falsches Futter ist schädlicher als kein Futter. Wärme ist wichtiger als Futter! 

Sollte der Vogel innert kurzer Zeit versterben, kann ich Sie beruhigen und ganz pragmatisch sagen: dann hätte auch ich ihm nicht helfen können! 

Sollten Sie einen Jungvogel gutgemeint mitgenommen haben und erfahren aber beim Lesen dieser Seite, dass dies falsch war, dann machen Sie sich bitte keine Sorgen: der Vogel kann am Fundort (oder in unmittelbarer Nähe) wieder ausgesetzt werden---die Eltern werden ihn wieder finden und es macht auch gar nichts, dass Sie ihn angefasst haben. Im Gegensatz zu manchen Säugetieren  und unkompetenten Meinungen von sogenannten Experten z-B. auf Facebook, stört dies die Vogelmama absolut nicht! 


Ich liste untenstehend die häufigsten Fragen und Probleme detailliert auf:

Nestlinge:

dies sind kleine, oftmals noch nackte, absolut hilflose Vögel, die aus dem Nest gefallen sind. Sie können noch nicht auf eigenen Beinen stehen, haben oft die Augen noch geschlossen, die Federn sind (falls schon vorhanden) flaumig, stoppelig und noch sehr kurz. Solche Tiere, egal welcher Vogelart, haben ausserhalb des Nestes keine Überlebenschance.

Falls Sie wissen, wo sich das Nest befindet, setzen Sie bitte alles dran, den kleinen zurück zu setzen.

Sollte dies absolut nicht möglich sein, nehme ich ihn in Pflege, allerdings nur, wenn ich noch Kapazitäten habe, was zwischen Juni und September meist nicht der Fall ist. 

Bitte in einen kleinen Behälter setzen und schauen, dass das Tier warm hat. Wenn Sie den Vogel anfassen, sollte er sich warm, ja fast heiss anfühlen. Alles andere bedeutet, dass er unterkühlt ist! Dann bitte unbedingt das Tier wärmen (in die Hand nehmen oder ein Wärmekissen drunter setzen---aber Achtung, der Vogel soll nicht "gar werden", nur warm haben! :-) )


Wichtig: auch diese kleinen Pieper halten es einige Stunden ohne Futter aus. Ganz wichtig für sie ist effektiv Wärme. Denn das beste Futter hilft nichts, wenn der Organismus (durch Unterkühlung) nicht in der Lage ist, das Futter zu verwerten!


Und auch hier gilt: lieber kein Futter als das Falsche. Bevor Sie in so einen kleinen, schreienden Kerl irgendwas reinschieben, kontaktieren Sie mich, am besten per WhatsApp mit Foto, dann kann ich Ihnen sagen, was passt. 

Bitte auch KEIN WASSER geben! Da der Vogel piepst und schreit, ist die Chance sehr gross, das er Wasser in die Luftröhre bekommt - dies führt entweder sofort zum Ersticken oder aber zu einer Lungenentzündung, die nach wenigen Tagen ebenfalls zum Tode führt!! 

Weitere Infos zur Fütterung von Babyvögeln finden Sie bei der Wildvogelhilfe.

Auf diesen Bildern sehen Sie Nestlinge. Deutlich zu erkennen: sie sind noch nicht komplett befiedert, haben nackte Stellen. Sie liegen meist auf dem Bauch, wenn sie versuchen zu stehen, wackeln sie, stützen sich auf und fallen auch wieder um. Sie können noch nicht laufen / hüpfen und fallen auch runter, wenn man versucht, sie auf einen Ast zu setzen.


(Spatz und Meisen)                                                            (junge Blaumeisen)


 

Aestlinge:

dies ist das zweite Stadium, nachdem der Vogel kein Nestling mehr ist. Er geht aus dem Nest auf die Aeste. Dort sitzt er, hüpft etwas herum---und fällt unweigerlich irgendwann mal runter. Wie die Kinder, die laufen lernen und immer wieder umfallen, stürzten auch junge Vögel gerne ab. Solche Tiere, sie können zwar noch nicht fliegen, dennoch sollte man sie aber NICHT mitnehmen. Die Eltern sind in der Nähe und betreuen den Kleinen. Gerade in dieser Entwicklungsphase braucht er UNBEDINGT die Eltern, denn diese lernen ihm in den nächsten Tage alles, was er später zum alleine Überleben in der Wildnis braucht. Kommt der Vogel jetzt in Menschenhand, wird er genau diese Dinge niemals lernen und immer ein Defizit haben. Diese Vögel haben kaum Chancen, sich in der Natur zu etablieren!
Sollte der Kleine tatsächlich in akuter Gefahr sein (z.B. auf einer Strasse) kann man ihn ohne Bedenken in die Hand nehmen und in einen Busch, ein paar Meter entfernt setzen. Die Eltern werden ihn finden und auch ohne Probleme wieder annehmen, Menschengeruch an ihrem Baby stört sie nicht! 

Oft höre ich das Argument, es habe Katzen da. Ja, das mag sein. Es gibt enorm viele Katzen und die sind ein Problem für die Vogelwelt. Dennoch hilft es dem Vogel nicht, wenn sie ihn von den Eltern entführen. Oft ist es noch so, dass Aestlinge schon soviel Scheu vor Menschen haben, dass sie gar kein Futter annehmen. Sie würden in meiner Station kläglich verhungern! Bitte verscheuchen Sie in so einem Fall lieber die Katzen, damit haben Sie dem Vogel und seiner ganzen Familie mehr geholfen.

Nebenbei: ein gesundes Wildtier aus der Natur zu entfernen -- und wenn es noch so süss und hilflos aussieht -- damit macht man sich strafbar und das kann unter Umständen zu einer Verzeigung und Busse führen!

Infos zu dem Thema finden Sie auch HIER.


Bilder von Aestlingen: auch wenn sie noch so süss, flauschig und unbeholfen aussehen. Bitte lassen Sie diese Tiere in der Natur!


(Mönchsgrasmücke)                                                 (Buchfink)


(Mönchsgrasmücken)                                                     (Kohlmeisen und Hausrotschwänze)

                   (Amsel)

 


 

Erwachsene Vögel:

ein erwachsener Vogel, egal welcher Art, der sich von Menschen einfangen lässt, hat IMMER ein gesundheitliches Problem! Bitte diese Vögel erst von einem Tierarzt untersuchen lassen (meist ist dies für Privatpersonen kostenlos)  - sollte dies gar nicht möglich sein (kein Tierarzt erreichbar oder zu weit weg), kann der Vogel auch mir gebracht werden, allerdings nur gegen einen Unkostenbeitrag, dann bringe ich ihn zu einem Tierarzt meiner Wahl. 


 

Katzenopfer:

Die unnötigsten Opfer aller Opfer. Denn die gut genährten Minkas spielen ja nur mit den Vögeln und diese sterben dann an den Folgen der Verletzungen / des Stresses. Es ist Katzenhaltern zu raten, Ihre Katzen im Frühling nur nachts rauszulassen, dann schlafen die Vögel. Bedauerlicherweise sind Katzenhalter oft keine Tierfreunde sondern nur KATZENfreunde, darum halten Sie sich nicht dran. Minka und Felix muss es gut gehen, alles andere ist egal, da kann ja dann die Vogelstation schauen... Oder die Fledermaushilfe. Die lieben die verantwortungslosen Freigängerkatzen-Halter übrigens auch sehr... 

Ich nehme Katzenopfer in einzelnen Fällen mittels Überweisung durch den Tierarzt mit den notwendigen Medikamenten an, allerdings nur gegen Bezahlung. Denn der Katzenhalter darf gerne für die Medikamente aufkommen... 

Interessanter Link und auch Tipps für Katzenhalter, die auch Vögel lieben 


 

Fensterscheiben / Autoscheiben-Bruchpiloten:

Bitte den Vogel untersuchen. Sieht man Verletzungen? Blutet er?  Steht ein Flügel ab oder ist schief? Ist ein Bein kaputt? Sind die Augen verfärbt? Falls ja, bitte umgehend zum Tierarzt bringen.

Falls nein, den Vogel in einer Kiste dunkel "lagern" und ein paar Stunden später schauen, wie es ihm geht. Oft erholen sich diese Vögel schnell und können am nächsten Tag wieder fliegen gelassen werden. Futter brauchen sie in dem Zustand keines, auch Menschen mit Hirnerschütterung haben meist wenig Appetit.

Sollte er sich innert 24 Stunden nicht erholen und auch keine deutlichen Fortschritte gemacht haben, kontaktieren Sie bitte einen Tierarzt!

Hat er in den 24 Stunden deutliche Fortschritte gemacht, fliegt aber noch nicht, dann dürfen Sie mich gerne kontaktieren, damit ich ihn in der Station auf die Wiederauswilderung vorbereiten kann.

Achtung bei Spechten, die sind etwas speziell, oft haben sie nach einem AFT (Anflugtrauma) neurologische Ausfälle und / oder Einblutungen. Bei diesen Vögeln macht es Sinn, sie auf jeden Fall in eine Station zu bringen, wo sie dann 2-3 Tage überwacht werden können. Ich darf Spechte nicht annehmen, also bitte das Amt für Wald kontaktieren, sie machen die Triage. 


Tauben:

Siehe Infos auf der Startseite. Da es sich um Jagdbare Arten handelt, darf ich diese gemäss Jagdverwaltung nicht aufnehmen

 


 

Rabenvögel (Krähen, Elstern, Eichelhäher)

Auch diese Vögel gehören gemäss Jagdgesetz zu den jagdbaren Arten und werden nicht gepflegt. Idealerweise werden sie in der Natur belassen, ansonsten auch hier das Amt für Wald kontaktieren, wobei die Tiere ja keine Pflege erhalten. Was dann mit ihnen passiert, darf sich jeder selber ausdenken - oder direkt beim Amt nachfragen. 


 

Wasservögel:

Auch hier gilt: Amt für Wald, sie übernehmen die Triage und entscheiden, was mit den Tieren passiert

 


 

Störche:

Hier kontaktieren Sie bitte entweder die Storchenstation Möhlin (Bruno Gardelli) oder den Zoo Basel


 

Abholdienst:

In dringenden Ausnahmefällen kann es sein, dass ich einen Vogel auch irgendwo im Raum Basel abhole oder abholen lasse. Dies aber nur gegen Barzahlung! Kapazitäten für solche Spässe habe ich in der Saison (Juni-September) allerdings kaum... 


 

Vogel gefunden, kann ihn aber nicht selber einfangen:

Bitte holen Sie Hilfe bei Freunden, Bekannten, Nachbarn. Irgend einer (oder eben gemeinsam) wird es ja wohl schaffen / wird es zu schaffen sein, den Vogel in die Hände zu bekommen... 
Bei Vögeln, die irgendwo auf einem Baum hängen, im Wasser treiben oder sonst unzugänglich sind, kontaktieren Sie bitte das Amt für Wald oder Polizei. 


 

Vogel gefunden, bin aber nicht aus dem Raum Basel:

Kontaktieren Sie bitte die Vogelwarte Sempach. Sie haben aktuelle Listen und Verzeichnisse und können Sie an die richtige Stelle verweisen. 

 


 

Div. allgemeine Fragen zum Thema Wildvögel (z.B. unerwünschte Brut auf dem Balkon, Auskünfte zu Arten und Lebensweise):

Auch hier kontaktieren Sie bitte die Vogelwarte Sempach. Die Mitarbeiter des Sekretariates sind angestellt, um genau diese Arbeit zu machen und ich möchte ihnen auf keinen Fall die Arbeit wegnehmen. :-) Zumal die ja dafür Lohn bekommen - ich nicht. :-P 

Ganz viele weitere Infos zum Thema Wildvögel (Jungvögel bestimmen, Fütterung, Unterbringung)  finden sie auf der Internetseite der Wildvogelhilfe Deutschland.

 

Haben Sie alle Infos gelesen? Sind Sie der Meinung, dass "Ihr" Patient ein Fall für die Vogelpflegestation ist?

Dann dürfen Sie mich gerne kontaktieren unter:
Tel. 079 256 12 84. Bitte Whatsapp mit Foto senden, dann melde ich mich in Kürze zurück!
Anrufe nehme ich NICHT entgegen, rufe Sie aber gerne zurück, sobald ich die ersten Infos per Whatsapp erhalten habe.